Goodbye Canada

Unseren letzten freien Tag in Kanada haben wir damit verbracht, von unserer Unterkunft nach Downtown Vancouver zu laufen, wo wir uns das Eishockeystadion der Vancouver Canucks, die “Rogers Arena” und den Markt im Künstlerviertel “Granville Island” angesehen und unsere letzten kanadischen Dollar ausgegeben haben.

Heute werden wir nur noch die letzten Sachen zusammenpacken, unseren Mietwagen zurückgeben und am Abend wieder zurück nach Deutschland fliegen.

Downtown Vancouver

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Somit endet der Blog von unserem Trip nach Kanada hiermit. Ich habe diesen Blog mit großer Freude geführt und hoffe, ich konnte euch für unsere Erlebnisse begeistern und Kanada etwas näher bringen.

Rückweg

Montag, 21.05.2012:

Am Morgen, während wir auf Antwort von unserem Kontakt in Nelson warteten, schaute ich mich noch etwas in der Stadt um. Da wir keine Antwort erhielten, beschlossen wir weiter Richtung Vancouver zu fahren, um am Mittwoch rechtzeitig für unsere Sägewerksbesichtigung in der Stadt zu sein.

Wir bahnten uns unseren Weg an diesem Tag in das “Okanagan Valley”, welches einer Wüste gleicht. Durch Bewässerungsanlagen können viele der Hänge landwirtschaftlich genutzt werden und somit herrschen hier optimale Bedingungen für Wein- und Obstbau.

Grenzpfosten

Leider regenete es den ganzen Tag somit haben wir nicht viel unternehmen können. Wir schauten uns den Grenzübergang zu den USA an und schauten uns auf einem Campingplatz, der auf einer Landzunge im “Osoyoos Lake” liegt, um. Hier und in den umliegenden Feuchtgebieten gab es enorm viele Vögel und die meisten Arten davon hatten wir auf unserer gesamten Reise noch nicht gesehen. Aufgrund des Regens beschloss ich, am nächsten Morgen ganz in der Früh noch einmal hier raus zu kommen und mich in Ruhe umzusehen. Auf dem Campingplatz trafen wir auch noch einen professionellen Fotografen aus Großbritannien, der hier, wegen der hohen Vogelvielfalt, sein Lager aufgeschlagen hatte.

Dienstag, 22.05.2012:

Stinktier am Osoyoos Lake

Nach einer erholsamen Nacht in einem sehr großzügigen Motel, machte ich mich kurz nach Sonnenaufgang auf den Weg zum “Osoyoos Lake”. Ich knipste die ersten paar Vogelbilder, als mir plötzlich ein Stinktier auf dem Pfad durch die “Wetlands” entgegenkam. Dieses machte keine Anstalten in Deckung zu gehen oder zu flüchten. Stattdessen trottete es gemütlich auf mich zu und als es an meinen Beinen angelangt war, nog es kurzerhand ins hohe Gras ab und verschwand im Unterholz. Einige Zeit später gesellte sich auch der britische Fotograf zu mir und suchte nach dem perfekten Foto für seine Vorträge.

Da ich noch recht viel Zeit hatte und an diesem Morgen viele Fische sprangen, beschloss ich die Angel an paar mal in den See auszuwerfen. Jedoch verhakte sich mein Blinker schon nach kruzer Zeit im Schilf, weshalb ich mein Outfit gegen die Badehose tauschte um den Haken zu befreien. Da ich eh schon nass war, beschloss ich gleich noch eine Runde im See zu schwimmen.

Squirrelhunt

Anschließend sah ich mich noch etwas weiter Richtung Campingplatz um, wo ich noch mehr Vögel fand, die unter Anderem damit beschäftigt waren, Eichhörnchen von ihren Nestern fern zu halten.

Am Vormittag besuchten wir noch eine Kellerei und schauten uns noch etwas im mediteranen Flaire dieses Trockentals um und setzten unseren Weg nach Vancouver fort. Auf der sehr abwechlungsreichen Fahrt von trockenen Landschaften über verschneite Pässe zu den feuchten Küstenwäldern konnten wir noch einen weitern Grizzlybären beobachten, der die Wiesen am Straßenrand nach Nahrung absuchte.

Abends kamen wir in Tsawassen an, um dort bei weiteren Bekannten von Dave die geliehene Campingausrüstung abzugeben. Als wir dort ankamen, wurde uns sofort angeboten, die Nacht in ihrem geräumigen Haus zu verbringen.

Mittwoch, 23.05.2012:

Mainland Sawmill

Heute Vormittag hatten wir unsere Sägewerksführung in der “Mainland Sawmill” bei einem Bekannten von Dave. Wirklich interessant waren die Holzflöße, mit denen das Holz ans Sägewerk angeliefert wird und dass man das Werk für seinen eigenen Einschnitt mieten kann.

Vancouver Hafen bei Regen

Waschbär auf Mülleimer

Anschließend machten wir uns auf die Suche nach der Wohnung von Jims Sohn. Da wir etwas zu früh dort waren, fuhren wir noch zum “Stanley Park“, wo Wolfgang das Aquarium besuchte und ich mir die Waschbären im Park und die Skyline mit dem Hafen von Vancouver ansah.

Abends stellten wir uns einer wahrlich großen Aufgabe: Packen für den Rückflug am Freitag. Die größte Frage die sich hier stellt ist: Wie sollen all unsere zusätzlichen Sachen in unser Gepäck passen?

Viele Knochen, keine Fische

präparierter Rotluchs

Mike, der Hausherr in Cranbrook, hat überall in seinem Garten Geweihstangen rumliegen mit denen seine Hunde spielen. Seine eigenen Trophäen hängen im Schuppen bzw. die Besten in seinem Haus. Hier hat er uns einen präparierten Weißwedelhirsch, ein paar Schneehühner und einen Rotluchs gezeigt. Außerdem ist im Haus noch ein riesiges Wapitigeweih zu finden und eine sehr bizarr gefromte Elchschaufel.

Gestern hat uns Mike mit seinem Boot auf den Premier Lake mitgenommen um dort mit seinen Fliegenruten zu angeln. An verschiedenen Stellen haben wir versucht Forellen zu erwischen. Allerdings hatte nur Wolfgang das Glück einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen, der allerdings Mike aus den Händen glitt.

Heute morgen sind wir nach Nelson gestartet und haben das trockene Tal rund um Cranbrook verlassen. Auf unserem Weg haben wir die ersten Maultierhirsche gesehen, bei denen das Geweih schon schiebt. Möglicherweise liegt das daran, dass hier der Frühling schon viel weiter ist.

Schwarzbärenjunge

Außerdem habe ich einen Schwarzbären auf einem Waldweg entdeckt. Wir haben daraufhin umgedreht um uns diesen genauer anzusehen. Als wir in den Weg einbogen, sind plötzlich zwei junge Schwarzbären über den Weg gelaufen und haben sich sofort in einen Baum geflüchtet. Die Mutter sah ziemlich zerzaust aus und hat kurz darauf mit ihren Jungen das Weite gesucht.

In Nelson angekommen haben wir uns im Hostel einquartiert und ich bin noch an den Kootenay Lake gegangen um zu angeln. Leider wieder kein Fisch, aber dafür konnte ich einem Fischadler bei der Jagd beobachten und einen Biber der in der Nähe seinen Unterschlupf hatte.

Jasper, Kootenay, Cranbrook

Mangels Zeit und Internet kommt erst jetzt wieder ein Blogeintrag, der die letzten Tage zusammenfast.

Dienstag, 15.05.2012:

Icefield Parkway

Heute Früh sind wir über den “Icefield Parkway” nach Jasper aufgebrochen, um den Norden der Rocky Mountains zu sehen. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft, von trockenen Tälern über hohe Bergpässe mit beeindruckenden Gipfeln und vielen Gletschern.

Unser erster Stopp führte uns über einen Fußweg, der mit 1,50 m Schnee bedeckt war, zu einem Aussichtpunkt über dem “Peyto Lake”. Hier konnten wir das Grollen von Lawinen höhren, die am gegenüberliegenden Berg über die die Felskannten rieselten.

Bus für die Icefieldtouren

Das nächste Ziel unseres Weges war das “Columbia Icefield“, nach dem auch die Straße benannt ist. Als wir dort ankamen, erkannten wir den Aufwand, mit dem Massen von Touristen mit Spezialbussen auf den “Athabasca Glacier” gekarrt wurden um dort ein paar Minuten im Eis zu stehen. Wir beschlossen, dass uns der kurze Gletscheraufenthalt zu teuer ist und machten, auf eigene Faust, eine kleine Wanderung zum Fuße des Gletschers.

Athabasca Gletscher

Unterwegs sahen wir wieder einige Big Horn Schafe, Wapitis und einen weiteren Höhepunkt. Als wir über eine Kuppe fuhren, sahen wir auf einer langen Geraden eine Ansammlung von Autos, Bussen und Menschen am Straßenrand stehen. Als wir näher kamen, schauten wir was es zu sehen gab. Etwa 15 Meter vom Straßenrand streifte ein Grizzlybär durch die Büsche und suchte nach Nahrung. Nach dem wir diesen kurz aus sicherer Entfernung beobachteten, tauchte ein weiterer, etwas größerer Grizzly mit hellerem Fell auf. Beide Bären streifeten auf der vom Menschen geschaffenen Lichtung durch die Büsche, suchten in einem Bach nach Nahrung und fraßen frisches Gras. Nach ein paar Fotos verließen wir die Bären wieder, um ihnen ihren Freiraum zu lassen und nicht noch weiter zu beunruhigen.

Grizzlybären bei der Futtersuche

Athabasca Falls

Allerdings hatten wir darauf nur einen geringen Effekt. Durch das Verhalten der anderen Parkbesucher empfanden wir die Situation wirklich beunruhigend. Diese standen direkt am Straßenrand, circa 15 Meter von den Bären entfernt und machten sich absolut keine Gedanken darüber, dass so ein Bär mit zwei Sprüngen in der Menchenmenge stehen und sonst was anrichten könnte. Die Leute rennen auf die wilden Tiere zu, schalten ihr Hirn aus und vergessen alles um sich herum. Gott sei Dank sind die meisten Tiere in den National Parks an Menschen gewohnt und verhalten sich ziemlich relaxt.

Anschließend setzten wir unsere Fahrt Richtung Jasper fort und machten noch einen kleinen Zwischenstopp an den “Athabasca Falls”. Die Nacht verbrachten wir, nach einigem Suchen in der “Greenwood Lodge”.

Mittwoch, 16.05.2012:

Am Morgen zeigte sich der Himmel grau in grau und es regnete. Also schliefen wir erst einmal aus. Im Visitorcenter wurden wir etwas falsch beraten, was dazu führte, dass wir nur einen kleinen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt (nahe des “Pyramid Lakes“) und eine Fahrt in ein zugeschneites Tal, zu einem zugefrorenen See unternahmen (“Maligne Lake“).

Nach einem zweiten Besuch im Visitorcenter, um unseren Parkausweis zu verlängern, hatten wir die richtige Person am Schalter und erhielten einige Informationen für den nächsten Tag.

Donnerstag, 17.05.2012:

Aussicht vom Gipfel im Hidden Valley

Wir starteten ziemlich früh Richtung Nordwesten, um dem Tipp der Nationalparksmitarbeiterin zu folgen. Unser Ziel war ein ziemlich versteckter Wanderweg, der nicht in den offiziellen Wanderkarten eingezeichnet ist, in das “No-go- oder Hidden Valley”. Auf dem Weg dorthin sahen wir wieder jede Menge Wapitis und einen Koyoten, der am Straßenrand entlang lief.

Der Wanderweg führte steil nach oben zu einem tollen Aussichtspunkt. Da der Pfad dorthin nicht ganz einfach zu finden war und wir dann eine andere Route nahmen, war die ganze Aktion etwas konfus, aber die Aussicht hat sich gelohnt. Überall im Gestein konnte man kleine Fossilien entdecken.

Am Nachmittag fuhren wir noch nach Osten, um den “Mount Robson”, den höchsten Berg der kanadischen Rockies, zu sehen. Allerdings hing der Gipfel in den Wolken und auch sonst sieht der Berg nicht soo spekatkulär aus. Auf dem Rückweg sahen wir noch einen Schwarzbären.

Bow-River-Brücke mit Horst

Von Jasper aus schauten wir noch kurz in den “Maligne Canyon” und brachen noch am selben Tag Richtung Süden auf, um in Castle Junction in einem etwas alternativen Hostel die Nacht zu verbringen. Auf der Brücke über den “Bow River” hat ein Fischadlerpärchen seinen Horst errichtet, welchen ich vor Einbruch der Dunkelheit noch beobachtete. Um dei Adler zu fotografieren, musste ich in einen nahegelegenen Baum steigen um auf der selben Höhe wie der Horst zu sein.

Fischadler im Horst

Als ich wieder zurück war, unterhielten wir uns noch mit den anderen Hostelgästen (unteranderem zwei Österreicher) und den Betreibern. Bei ein paar Bier wurden uns auch die Regeln für ein Spiel namens “Cribbage” beigebracht, welches hier in fast jedem Haushalt zu finden ist.

Freitag, 18.05.2012:

Waldbrandfläche im Kootenay National Park

Am nächsten Tag kamen wir etwas später los und fuhren durch den Kootenay National Park.

Wir hielten an einem kleinen Canyon an, um uns ehemalige Waldbrandflächen anzusehen. Bei einem Feuer vor ein paar Jahren wurden insgesamt 12% der Parkfläche zerstört. Allerdings befindet sich jetzt ein grüner Teppich aus Kiefern unter den verbrannten Bäumen.

Auf dem weiteren Weg machten wir noch einen kleine Wanderung zum “Dog Lake” und erholten uns in den Heißen Quellen von Radium. Leider vertrug meine Kamera das heiße Wasser nicht und lässt sich jetzt nicht mehr richtig bedienen.

Hinter Radium verließen wir die Rocky Mountains und fuhren durch die Prärielandschaft nach Cranbrook, um hier für ein paar Tage bei einem weiteren Bekannten von Dave unterzukommen. Unterwegs hielten wir noch an einer interessanten Felsformation aus Sandstein.

Dutch Creek Hoodoos

Wir wurden wieder mit Bier und BBQ empfangen. Allerdings gab’s dieses mal einen Braten vom Wapiti und dazu einen ganzen Haufen Jagdgeschichten und Fotos von erlegten Wapitis, Weißwedel- und Maultierhirschen, Berglöwen und Wildkatzen. Außerdem erzählte er uns noch von seiner Arbeit mit Waldbränden und zeigte uns einige Fotos und Videos von gezielt gelegten Feuern (prescribed burning)

Banff National Park

Berge hinter Lake Louise

Erdhörnchen

Am Sonntag haben wir die Grenze nach Alberta überschritten und sind nun im Banff National Park, welcher Kanadas erster NP war. Als wir in Lake Louise angekommen sind, wurden wir gleich von einigen Erdhörnchen begrüst. Diese haben überall in Lake Louise ihre Bauten, was unter gewissen Umständen sicherlich zum Problem werden könnte. Vor allem wenn ich an die wichtige Bahnverbindung zwischen dem Pacifik und dem Landesinneren denke.

Canadian Pacific Railway

Dort machten wir ein paar kleinere Wanderungen rund um den Lake Louise, allerdings mussten wir unsere Touren nach einiger Zeit abbrechen, da wir aufgrund der Schneelage und der hohen Lawinengefahr die Wege irgendwann unbegehbar wurden.

Am gestrigen Tag sind wir ganz in der Früh aufgebrochen, um über den Bow Valley Parkway nach Banff zu gelangen. Unterwegs machten wir mehrere kleine Stopps an Ausichstpunkten und wanderten durch den Johnston Canyon. Am oberen Ende des Canyons öffnete sich ein großes Tal und wir konnten endlich einmal etwas länger wandern und hatten ein bisschen Ruhe vor dem Touristenrummel auf den kurzen Trails. Irgenwann war allerdings der Weg unter dem Schnee nicht mehr zu finden, weshalb uns wieder mal die Schneelage zum umdrehen zwang. Außerdem ist ein Bär in der Nähe gewesen, was wir an den relativ frischen Spuren erkennen konnten.

Tal über dem Johnston Canyon

Wapiti

Wapiti

Auf dem weiteren Weg Richtung Banff sind am Straßenrand jede Menge WIldtiere aufgetaucht. Nach dem das erste Auto anhält um Fotos zu machen und die Überholmöglichkeiten sehr begrenzt sind, bilden sich recht schnell kleinere Warteschlangen um die Tiere zu sehen. Hier waren wieder Wapitis zu sehen, welche im Geweihwachstum schon etwas weiter waren. Außerdem haben wir Bighorn Sheeps gesehen, die das Streusalz vom Winter am Straßenrand auflecken, um ihren Mineralienhaushalt aufzustocken.

Big Horn Sheep

Big Horn Sheep

Mule Deer

Mule Deer

Nach dem wir in Banff einige Einkäufe erledigt hatten und Wolfi endlich ein Flanellschirt gefunden hat das ihm passst, sind wir noch zum Lake Minnewanka gefahren, wo wir ein paar Meter am Ufer endlang gelaufen sind. In der Nähe des Parkplatzes graste bei unserer Ankunft ein Sprung Maultierhiersche und bei der Abfahrt keilten sich einige Bighorn Sheeps um eine Salzleckstelle mitten auf der Straße.

In der Dämmerung sind wir wieder über den Parkway nach Lake Louise gefahren, wo wir noch ein weiteres Highlight erleben durften. Auf halber Strecke ist uns ein schwarzer Wolf von rechts nach links über die Straße gelaufen, um gleich wieder im Unterholz zu verschwinden.

Yoho National Park

Auf unserer gestrigen Fahrt von Sicamous nach Osten konnten wir die ersten Anzeichen des “Mountain Pine Beetle” sehen und sind anschließend in einem kleinen Dorf namens Field gelandet, um dort die Nacht im Youth Hostel “Fireweed” zu verbringen.

Wapiti in Field

Wapiti in Field

Heute Morgen wurde ich von Wolfi geweckt, als er am aus dem Fenster schaute und rief: “Ich glaub ich spinn!” Ich sprang aus dem Bett und schaute ebenfalls aus dem Fenster und dort stand mitten in der Ortschaft ein Wapiti am Straßenrand. Sogleich machte zückte ich die Kamera und ging nach den ersten paar Schnappschüssen vor die Türe um mir das ganze aus der Nähe anzusehen. Auf der Straße und den Grünflächen des Dorfes befanden sich mittlerweile vier Wapitis, die aus den angränzenden Wäldern am Fuß des Mount Stephen zum grasen in die Ortschaft kamen. Nach dem Frühstück fuhren wir aus der Ortschaft heraus und konnten überall im Ort Wapitis sehen, die über die Bahngleise und durch den “Kickin Horse River” den Talboden durchquerten um anschließend hinter dem “Trans-Canada Highway” in den Wäldern des gegenüberliegenden Hangs zu verschwinden.

Grouse

Grouse

Da wir recht früh dran waren, hatte das Visitor Center noch nicht offen, weshalb wir uns an die Ratschläge des Inhabers der Jugendherberge hielten und erst einmal die “Wapta Falls” besuchten. Auf dem Weg zu den Fällen konnten wir jede Menge Raufußhühner beobachten, die mitten auf dem Weg oder in Ästen knapp über unseren Köpfen saßen.

 

 

Mountain Pine Beetle

Mountain Pine Beetle

Da wir allerdings frischen Bärenkot fanden (zmd. dachten wir uns das), machten wir kurz vor dem Ziel kehrt und bestiegen stattdessen den “Mount Hunter”. Von hier aus hatten wir einen tollen Ausblick auf das Tal und die enormen Schäden durch den “Mountain Pine Beetle”.

Als wir wieder unten waren, beschlossen wir doch noch mal zu den Wasserfällen zu wandern, da mittlerweile einige Besucher ohne Bärenkontakt vor uns dort waren.

Emerald Lake mit Mount Stephen

Emerald Lake mit Mount Burgess

Anschließend schauten wir noch zum zugefrorenen “Emerald Lake” und zur “Natural Bridge”, einer Stromschnelle mit interessanten Felsformationen.

Als wir noch eine weitere Nacht in der Jugendherberge in Field bezahlten, gab uns der Herbergsvater den Tip am Abend noch einmal mit dem Auto einen Weg entland der Bahngleise zu fahren, da hier oftmals Bären gesichtet werden.

Schwarzbär beim Grasen

Schwarzbär beim Grasen

Das erste was wir auf dem Weg sahen, waren einige Wapitis die wieder zum Äsen in Dorfnähe kamen. Doch nur ein paar Meter weiter kam gerade ein Schwarzbär aus dem Wald, um auf der gleichen Wiese wie die Wapitis zu grasen. Nachdem wir diesen einige Zeit beobachtet hatten, fuhren wir etwas weiter. Doch nach 200 Metern wurde unsere Fahrt erneut unterbrochen, da auf der anderen Straßenseite ein etwas größerer Schwarzbär ebenfalls nach frischen Gräsern suchte. Als wir unsere Fahrt fortsetzten, kamen wir näher an die Bahngleise und sahen dort gegen die Sonne einen dunklen Fleck. Hier lag ebenfalls ein Schwarzbär, der seinen Kopf auf die Gleise gelegt hatte und uns im Auto betrachtete.

Schwarzbär im Gleisbett

Schwarzbär im Gleisbett

Während ich hier sitze, und den Blog schreibe, habe ich gerade aus dem Fenster geschaut und einen weiteren Schwarzbären gesehen, der die Bahngleise überquerte…

Angelspaß am Mara Lake

Nach unserem Aufbruch von “Bridge Lake” sind wir erst mal nach Kamloops und dort in eine Walk-In-Clinik um Wolfi zu verarzten.

Anschließend sind wir nach Sicamous weiter um dort unseren Bekannten zu treffen. dieser brachte uns in seine “cabin”, was sich als gemütliches Seehas herausstellte. Dies wurde von einem Sägewerksbesitzer gebaut, der anscheinend seinen Ausschuss benutzt hat und einfach Bretter übereinander geneagelt hat um daraus eine Wand zu bauen. Dementsprechend schlecht isolierte Wände bescherten uns ein paar kalte Nächte.

Von unseren Gastgebern wurden wir zum Essen im Pub “Moose Mulligan’s” eingeladen. Nach dem Essen haben wir einen Biber durch die Dockanlagen schwimmen sehen.

Am nächsten Tag haben wir das Gemüsebeet für die nächste Saison vorbereirtet und sind mit dem Kanu auf dem See unterwegs gewesen. Nachmittags haben wir noch mal einen Angelversuch gestartet, bei dem wir recht bald Gesellschaft von den Nachbarn bekamen, die uns mit Tipps und Ratschlägen zur Seite standen. Als ich mit dem Nachbarn auf den See gefahren bin, hat Wolfi vom Dock aus eine Forelle gefangen, die wir heute Vormittag verspeist haben.

Bei weiterern Angelversuchen nach dem Abendessen und in der Früh sind uns nur noch ungenießbare Pikeminnows an den Haken gegangen. Am Abend habe ich leider meinen Blinker an einen Felsen verloren.

Jetzt gehts dann weiter nach Osten um zu sehen welche Möglichkeiten uns die Rocky Mountains bieten…

Routenänderung

Gestern waren wir mit dem Ruderboot bei relativ windigem Wetter auf dem See unterwegs. Beim Rückweg mussten wir uns ziemlich in die Riemen legen, da es gar nicht so einfach war gegen die Strömung zu paddeln. Außerdem habe ich mir eine Angelrute und eine Fischereilizenz gekauft. Hoffentlich haben wir jetzt auch Petri Heil, und können unser Abendessen fangen…

Heute werden wir unsere Route weiter fortsetzten. Allerdings nicht Richtung Rocky Mountains, sondern erst wieder ein Stück Richtung Süden nach Kamloops und Sicamous um dort bei einem Bekannten von Jim und unserem Betreuer für ein paar Tage unterzukommen. Erst danach werden wir weiter Richtung Osten fahren. Der Grund für diese Routenänderung ist die Schneesituation in den großen Nationalparks, weshalb nur die Wanderwege im Tal begehbar sind.

Bridge Lake

Kajak

Kajakfahrt auf dem Bridge Lake

Gestern haben wir die Kajaks von unserer Gastfamilie ausprobiert. Am Anfang war das ganze noch etwas wackelig, aber als wir den Bogen raus hatten, machte das Ganze wirklich Spaß. Wir unternahmen eine kleine Tour auf dem “Bridge Lake”. Bei der wirklich entsspannenden fahrt zwischen den Inseln des Sees wurden wir von einigen Eistauchern und anderen Wasservögeln begleitet. Außerdem sahen wir immer wieder Fischotter vor uns auftauchen.

Als wir zurück kamen, gab’s erst mal Mittagessen und anschließend rechten wir alle Fichtenzapfen auf dem etwas trockenen Rasen und im Rest des Gartens zusammen und sammelten die Haufen mit einem kleinen Anhänger und Quad ein.

Vor dem Abendessen habe ich noch versucht zu angeln. Allerdings war die Schnur nicht mehr wirklich zu gebrauchen. Deshalb bekam ich eine andere Angelrute mit einer etwas komplizierteren Spule, bei der sich allerdings die Schnur immer wieder verhädderte. Nachdem ich mehr mit dem entknoten der Schnur beschäftigt war, als mit dem Angeln an sich, gab ich für diesen Tag auf.

Unterwegs

Brandywine Falls

Brandywine Falls

Auf unserem Weg nach Whistler haben wir gestern noch einen kleinen Stop am Aussichtspunkt auf die “Brandywine Falls” eingelegt.

Anschließend machten wir uns auf die Suche nach einer Schlafmöglichkeit und spielten schon mit dem Gedanken im Auto zu bleiben, da die Unterkünfte im teueren Skiort Whistler kaum zu bezahlen sind. Doch dann haben wir zufälligerweise einen Campingplatz gefunden, der gerade erst eröffnet hat. Hier waren alle Einrichtungen nagelneu, das Wasser war heiß, die Nacht ziemlich günstig und wir hatten eine tolle Aussicht auf die Berge um Whistler.

Als wir das Abendessen hergerichtet haben, wollte ich noch schnell ein Foto von der tollen Aussicht machen, als ich auf einer Aufforstungsfläche einen dunklen Fleck bemerkte. Nach dem ich mein anderes Objektiv geholt habe, konnte ich es genau erkennen. Dort unten, ca. 500 Meter entfernt, suchte ein relativ großer Schwarzbär zwischen den Wurzeln nach Nahrung.

Schwarzbär auf Aufforstungsfläche

Schwarzbär auf Aufforstungsfläche

Plumsklo unter Schnee

Plumsklo unter Schnee

Stausee im Trockental von Lillooet

Stausee im Trockental von Lillooet

Heute haben wir uns die Ortschaft von Whistler angeschaut und sind dann weiter ins Landesinnere Richtung Nordosten gefahren. Unterwegs hatten wir die verschiedensten Klimazonen die man sich vorstellen kann. Wir sind im verschneiten Whistler gestartet, überquerten Pässe mit über 1,50 Meter Schnee, durchfuhren trockenste Canyons und Wüstentäler und sind nun in einer Art Steppenlandschaft, die wieder mit Bäumen bestockt ist. Die Baumartenzusammensetzung hat sich von Thuja, Douglasie und Hemlock zu Tanne, Sitka-Fichte gewandelt. Douglasien und Hemlock sind wesentlich weniger geworden und Thujen kommen hier überhaupt nicht mehr vor. Unterwegs haben wir ein Erdhörnchen, Kojoten und jede Menge Maultierhirsche am Straßenrand gesehen.

Jetzt sind wir bei beim Sohn von Dave’s Bekannten, die wir am Freitag besucht hatten, untergebracht. Hier wurden wir gleich mit Bier empfangen und genossen zum Abendessen Lachs, Wein und die gute Unterhaltung.